cinefest - Internationales Festival des deutschen Film-Erbes

19. Internationaler Filmhistorischer Kongress


23.11. - 25.11.2006, jeweils 9.30 - 16.30 Uhr
im hamburgmuseum / Museum für Hamburgische Geschichte (Holstenwall 24)

CineFest und Filmhistorischer Kongress erkunden gemeinsam den "Kinoschauplatz See". Während beim CineFest in erster Linie dessen Schauwerte zum Tragen kommen, stehen beim Filmhistorischen Kongress Analyse und Bewertung maritimer Produktionen im Mittelpunkt des Interesses. Drei Tage lang werden Filmhistoriker und Kulturwissenschaftler aus dem In- und Ausland in Referaten und Diskussionen ausgewählte Bereiche in der Geschichte des maritimen Kinos erhellen – vom filmisch festgehaltenen Stapellauf des Dampfers "Imperator" 1912 bis zum Untergang des letzten großen deutschen Frachtseglers, der "Pamir", 1957. Unter Berücksichtigung internationaler Verflechtungen und lokaler Schwerpunkte treten dabei die zeitgeschichtlichen Hintergründe ebenso hervor wie die motivgeschichtlichen Ausprägungen dieses "maritimen Genres". Zugleich werden – über das Filmprogramm des CineFests hinaus – Filmdokumente analysiert und in Hinsicht auf ihre Entstehung wie ihre intendierte Wirkung kritisch befragt.

Marine und Meer
Kunstgeschichtliche Voraussetzungen – Stichwort: "Seestücke" – werden ebenso Thema sein wie die marinegeschichtlichen Rahmenbedingungen, unter denen mediale Darstellungen der Seestreitkräfte in Deutschland zustande kamen. Dabei sollen insbesondere die Kaiserliche Marine, die K.u.K. Marine Österreich-Ungarns und die Wiedergabe des U-Boot-Kriegs in deutschen und englischen Filmproduktionen Gegenstand der Erörterungen sein. Ferner werden Marine-Werbefilme sowie Filme über Schiffbau und Stapelläufe auf motivische Kontinuitäten und Brüche in der Zeit vom Ersten Weltkrieg bis zum Kalten Krieg untersucht.

Crossing und Crusising
Der moderne überseeische Reiseverkehr wird in mehreren Beiträge thematisiert: Der Ozeanriese als ein Ort des Luxus und Vergnügens gerät in einer kleinen Geschichte der Bordkinos in den Blick, wie auch in den filmischen Arbeiten von Richard Fleischhut und Dietrich W. Dreyer, die beide für den Norddeutschen Lloyd tätig waren – der eine als Bordfotograf, der andere als Werbefilmer. Verklärende Darstellungen des transatlantischen Linienverkehrs in Spielfilmen der 30er und 40er Jahre werden mit der Realität auf Auswandererschiffen und den Anfängen eines organisierten Seetourismus auf den KdF-Schiffen der Nationalsozialisten kontrastiert.

Schiffe und Häfen
Mit Southampton und Hamburg stehen ferner zwei Hafenstädte und ihre filmischen Inszenierungen als "Tor zur Welt" respektive "Hafen des Lasters" im Blickpunkt. Die beiden Städte waren darüber hinaus einst die Heimathäfen zweier Schiffe, die im Filmprogramm des CineFests und in Referaten des Filmhistorischen Kongresses besonders hervorgehoben werden: der legendäre Luxus-Liner "Titanic" (u.a. IN EIS UND SCHNEE, 1912; TITANIC, 1942/43) sowie der bis zu seinem Untergang auch als Segelschulschiff genutzte Frachtsegler "Pamir" (DIE LETZTEN SEGELSCHIFFE, 1930; DIE PAMIR, 1959).


Programm (Änderungen vorbehalten):

Kongress-Programm als pdf-Download

Kongress-Eröffnung
Mittwoch, 22.11.2006:

17:00
»Einschiffung« mit Umtrunk, Großsegler »Rickmer Rickmers« (Landungsbrücken, Ponton 1a)
20:00
Metropolis-Kino (Dammtorstr. 30a)
Eröffnungsfilm: Mare Nostrum (1925/26, Rex Ingram) - Gast: Kevin Brownlow, London
Klavierbegleitung: Marie-Luise Bolte


Kongress im hamburgmuseum (Holstenwall 24):

Donnerstag, 23.11.2006:

09:30 Uhr
Begrüßung
09:45 – 12:30 Uhr
Panel 1: PEILUNG: MARINE 1
Jörg Hillmann, Brüssel: Selbstverständnis und öffentliche Wahrnehmung der Marine in Deutschland vom Ersten Weltkrieg bis zum Kalten Krieg
Uli Jung, Trier + Bernadette Kester, Rotterdam: See- und U-Boot-Krieg in deutschen und englischen Produktionen

13:30 – 16:30 Uhr
Panel 2: WERFTBESUCHE
Thomas Ballhausen, Wien: Über / Wasser – Marine & Maritimes im österreichischen Film (mit Filmbeispiel)
Ralf Forster, Berlin: Nordmark-Film und kieler Werftindustrie – eine effektive lokale Partnerschaft (mit Filmbeispiel)
Klaas Dierks, Hamburg: Dietrich W. Dreyers Filme für den Norddeutschen Lloyd in Bremen (mit Filmbeispiel)


Freitag, 24.11.2006:

9:30 – 12:30 Uhr
Panel 3: PASSAGIERE UND BESATZUNG
Timo Heimerdinger, Mainz: Die Medialität des Seemanns – Kulturelle Vorgeschichten einer steilen Karriere
Stella Donata Haag, Berlin: Charakter und Charade - Starpersona und vestimentärer Widerstand in Hans Albers’ maritimen Filmen
Renata Helker, Berlin: Ort des Luxus und der Moden – Schiffsreisen in Spielfilmen der 1930er und 1940er Jahre

13:30 – 16:30 Uhr
Panel 4: BORDLEBEN
Michael Töteberg, Hamburg: Transatlantik mit der Hapag – Auswanderung und Ferntourismus (mit Filmbeispiel)
Patrick Vonderau, Bochum/Berlin: Nordlandreisen im Film (mit Filmbeispiel)
Malte Hagener, Jena/Berlin: Eine kleine Geschichte der Bordkinos


Samstag, 25.11.2006

9:30 – 12:30 Uhr
Panel 5: SCHIFFSUNTERGÄNGE
Felix Krämer, Hamburg: Schiffsuntergänge in der bildenden Kunst
Sarah Street, Bristol: The Titanic in Myth, Memory and Cinema
Michael Hammond, Southampton: Titanic & Southampton

13:30 – 16:30 Uhr
Panel 6: MARINE 2
Martin Loiperdinger, Trier: Kriegsschiffe in voller Fahrt – Die Filmpropaganda des Deutschen Flottenvereins
Jan Kindler, Dresden/Berlin: Lockende See – Werbefilme für die deutsche Marine seit dem 1. Weltkrieg (mit Filmbeispiel)

Abschlussdiskussion


zum Filmprogramm

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Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung gibt's hier:

CineGraph e.V., Gänsemarkt 43, 20354 Hamburg
Tel.: +49-(0)40-352194, Fax: +49-(0)40-345864
email: kongress@cinegraph.de
Kontakt: Jörg Schöning, Erika Wottrich


Rückblick auf den 18. Internationalen Filmhistorischen Kongress

Rückblick auf die Kongresse 1989-2004

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