cinefest - Internationales Festival des deutschen Film-Erbes

Pressespiegel (Auswahl)
zum CineFest 2007


[...]Schon in der Stummfilmzeit inspirierte die Stadt an der Moldau das deutsche Kino. Daran erinnert "Cinefest", das (vierte) internationale Festival des deutschen Filmerbes in Hamburg, das CineGraph veranstaltet. Unter dem Titel "Film im Herzen Europas" geht es um den Komplex der deutsch-tschechischen Filmbeziehungen des 20. Jahrhunderts. Der Mythos Prag spielt darin eine wichtige Rolle, beginnend mit dem kurzen Kulturfilm "Das heilig Prag", den Hans Cürlis 1929 drehte und der schon das touristische Bild zwischen Märchen und Fantasy vermittelt, das sich bis heute gehalten hat: mittelalterliche Gassen, Hradschin, Wenzelsplatz, Rathaus, Karlsbrücke, Judenviertel und jene besondere Stimmung, die über der Stadt liegt.
Sie verfehlte schon 1913 in "Der Student von Prag" nicht ihre Wirkung - ebensowenig 1914 in Henrik Galeens "Der Golem". Dass Galeen für sein Remake 1926 auf eben diese malerischen Ansichten verzichtete, mag damit zusammenhängen, dass das Prag-Bild differenzierter geworden war und auch die Schattenseiten der Großstadt zum Tragen kamen. In Karl Grünes Debüt "Der Mädchenhirt" (1919), einer Ausgrabung von CineGraph - sie wurde im Oktober beim Stummfilmfestival von Pordenone gezeigt, wo CineGraph und Murnau-Stiftung für ihre langjährige Arbeit die Ehrenplakette erhielten -, wurde die märchenhafte Wirkung der Straßenszenen durch ernste, realistische Themen aufgebrochen, handelt es sich doch um eine Verfilmung der Sozialreportagen von Egon E. Kisch.[...]

Andrea Dittgen, Filmdienst, 23/2007


Pressspiegel (Auswahl)
zum CineFest 2006


Das dritte Cinefest, das internationale Festival des deutschen Film-Erbes (www.cinefest.de), widmete sich dem maritimen Kino. Damit konnten CineGraph und das Bundes-Filmarchiv als Organisatoren im Hamburger Metropolis-Kino großes Interesse wecken. Gerade bei den frühen Filmen aus den l0er und 20er Jahren ließen sich einige Entdeckungen machen. Zum Titanic-Untergang wurden gleich vier Fassungen geboten (1912, 1942, 1952, 1958). Die Sujets und Einstellungen ähneln sich, was spannende Vergleiche möglich macht. Beispielsweise scheint man erst relativ spät erkannt zu haben, dass Modelle möglichst im Verhältnis 1:10 gebaut sein müssen, um realistische Aufnahmen zu ermöglichen, wie Kameramann Wolfgang Treut erläuterte. Neben Foren zu Themen wie Ausstellungen im Filmmuseum („Das Boot"), lokalen Archiven und DVD-Ver­marktung gab es einen dreitägigen wissenschaftlichen Kongress. Bei der Eröffnung wurde der Schünzel-Preis an Vittorio Martinelli und der Willy Haas-Preis an die dreibändige Dokumentarfilmgeschichte sowie an die DVD „Selling Democrazy" vergeben. Das Programm wird nun auch in Berlin, Zürich und Wien gezeigt.

ky, Filmecho/Filmwoche, 48/2006


Gerhart Hauptmann war auf der Titanic? Natürlich nicht. Aber sein Roman „Atlantis" gab die Vorlage für einen der ersten Titanicfilme überhaupt: „Atlantis", 1913 von dem Dänen August Blom auf. Zelluloid gebannt, ein Stummfilm, zu dem zünftige Klaviermusik gehört. Zu sehen ist diese Kostbarkeit nun auf dem diesjährigen Cinefest: „Leinen los! - Maritimes Kino", so der Titel, gegeben arm kommenden Wochenende im Metropolis-Kino. „Warum lügt Fräulein Käthe?" aus dem Jähre 1935 bietet eine heitere-naive Verwechslungskomödie, während es von Hamburg nach Madeira geht. Der amerikanische: Spielfilm „Mare Nostrum" 1926 erzählt dagegen eine beklemmende Liebesgeschichte zwischen einem spanischen Kapitän und einerdeutschen Spionin im Schatten des ersten Weltkrieges. "Der Magische Gürtel" von 1917 wiederum ist ein Kriegspropagandastreifen über den U-Boot-Krieg, während in dem DEFA-Streifen „Das Lied der Matrosen" diese singend in Schwarzweiß die Fäuste recken, wenn es darum geht sich gegen den Kaiser zu erheben. Ein Schatz dürfte das Richard-Fleischhut-Programm sein. Er war Bordfotograf des Norddeutschen Lloyd. Stoisch filmte er am 19.12.1939 vom Rettungsboot aus das brennende Kreuzschiff "Columbus"; als dieses sank, verschwand auch sein Fotoarchiv mit 32 000 Negativen mit in der Tiefe. Der Besucher muss übrigens kein ausgewiesener Experte sein. Festivalleiter Jörg Schöning: "Seefahrt im Kino zeigt gerade uns Laien, wie lebendig und prägend Schifffahrt einmal gewiesen ist; besonders angesichts der heute fast menschenleeren Tanker."

FK, Hamburger Abendblatt, 16.11.2006


Früher waren die Sitten eben rauer. Während Hollywood heute ein paar Jahre verstreichen lässt, bis reale Katastrophen als Kinofilm umgesetzt werden, waren die Filmemacher 1912 deutlich schneller: Wenige Monate nach dem Untergang der Titanic produzierte Regisseur Mime Misu den ersten Spielfilm' über die Havarie: „In Nacht und Eis", gefilmt in einem Berliner Hinterhof und im Hamburger Hafen. Das Metropolis zeigt den Stumfilm beim CineFest unter dem Motto „Leinen Los" - gemeinsam mit, mehr als 30 anderen europäischen Spielfilmen aus den Jahren 1912 bis 1957. Im Festivalprogramm sind neben Spielfilmen auch dokumentarische Aufnahmen zwischen Katastrophen und Seefahrerromantik. Und auch das Leben in den Hafenstädten wird dargestellt. An der Titantic-Katastrophe lässt sich auch die Entwicklung der Filmkunst gut betrachten - vergleicht man Mime Misus Titanic-Streifen mit einer weiteren beim CineFest gezeigten Verfilmung des Unglücks aus dem Jahr 1953.

Hinz & Kunzt, Nr. 165, November 2006


Beim CineFest 2006, dem von CineGraph und dem Bundesarchiv/Filmarchiv Berlin veranstalteten III. Internationalen Festival des deutschen Filmerbes stehen unter dem Titel "Leinen los! Maritimes Kino in Deutschland und Europa 1912 - 1957" (18. - 26.11.) Filme über Schiffe, Häfen und Meere im Mittelpunkt. In das Festival ist der 19. Internationale Filmhistorische Kongress im Museum für Hamburgische Geschichte integriert. Während beim CineFest in erster Linie die Schauspieler zum Tragen kommen, dominieren beim Kongress Analyse und Bewertung maritimer Produktionen. Drei Tage lang werden Filmhistoriker und Kulturwissenschaftler ausgewählte Bereiche aus der Geschichte des maritimen Kinos erhellen - vom filmisch festgehaltenen Stapellauf des Dampfers "Imperator" 1912 bis zum Untergang des letzten großen deutschen Frachtseglers, der "Pamir", 1957, CineFest und Kongress rücken dokumentarische wie fiktionale Darstellungen gleichermaßen ins Blickfeld - als wichtige Zeugnisse zur Kulturgeschichte einer wachsenden Mobilität und Globalisierung in der ersten  Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das CineFest Programm umfasst etwa 30 Filme, u.a. den restaurierten deutschen U-Boot-Film "Der magische Gürtel" (1917) und das während des ersten Weltkriegs an den Gestaden des Mittelmeers spielende Liebes- und Spionagemelodrama "Mare Nostrum" (1926). Lokale Schwerpunkte sind frühe Hamburg Filme wie "Die Carmen von St. Pauli" (1928, mit Jenny Jugo) und "Razzia auf St. Pauli" (1932) von Werner Hochbaum so wie Produktionen mit Hans Albers.

fd, Filmdienst, Nr. 19, 2006


Als James Cameron 1998 bei der Oscar-Verleihung Preise für, seine Untergangsschnulze „Titanic" einfuhr, rief er „Ich bin der König der Welt." Dass Mime Misu sich auch so großspurig aufgeführt hätte, ist nicht bekannt. Der aus Rumänien stammende Regisseur und Schauspieler ver­filmte die Schiffskatastrophe schon 1912, nur drei Monate nach dem Unglück. Misu drehte den Film in einem Berliner Hinterhof und im Hamburger Hafen Und spielte den Kapitän Smith gleich selbst. 1912 kam der 40 Minuten lange Stumm­film mit dem Titel „In Nacht und Eis" in die Kinos. Misus Werk ist eine der Attraktionen des CineFests, das morgen in Hamburg beginnt und bis zum 26. November geht. Das Festival widmet sich in diesem Jahr unter dem Motto „Leinen los!" dem maritimen Kino.
Mit einer Eröffnungsgala und der Komödie „Warum lügt Fräulein Käthe?" beginnt das CineFest im Metropolis-Kino (Dammforstraße). Rund 30 Filme aus den Jahren 1912-1957 werden dort gezeigt. Darunter sind unter anderem Georg Tresslers Verfilmung von B. Travens Abenteuerroman „Das Totenschiff" (19.11., 19 Uhr) oder der Film „Das Lied der Matrosen" aus dem Jahr 1958 über den Aufstand in Kiel. Außerdem, na klar, Filme mit Hans Albers wie „Unter heißem Himmel" (24.11., 19 Uhr) und eine Dokumentation über das Leben an Bord der „Pamir" (24.11., 21 Uhr). Begleitet wird das CineFest vom für Jedermann zugänglichen Internationalen Filmhistorischem Kongress (23. bis 25. November), auf dem Fachleute im Hamburgmuseum (Holstenwall 24) über Hintergründe debattieren.

vob, Harburger Anzeigen und Nachrichten, 17.11.2006


Pressespiegel (Auswahl)
zum CineFest 2004


Ein solches Festival in Deutschland war längst überfällig, denn bisher finden sie vor allem in anderen europäischen Ländern statt.

Kay Hoffmann, Film & TV Kameramann, Nr. 6, 20.6.2005


Our patchwork view of German cinema emphasises angst and gloom, but CineFest, which opened in Hamburg in November, gave us a survey of comedy before 1945 with a focus on the Jewish humour that was eventually forced abroad or extinguished. (...)
German cinema isn't just Caligari's cabinet, Dietrich's legs and Hitler's jackboots; it's also Hansen's grin, Schünzel's eyes and Siggi Arno, funny from head to toe.

Geoff Brown, Sight & Sound, Nr. 2, Februar 2005


In Hamburg, beim CineFest, dem ersten Internationalen Festival des deutschen Film-Erbes, gelang der Zeitsprung zurück in die zwanziger Jahre: Das Orchester "Tuten und Blasen" heizte dem Publikum im nostalgischen Metropolis-Kino mit entfesseltem Swing ein, während auf der Leinwand in Reinhold Schünzels Komödie "Der Himmel auf Erden" eine überdrehte Band den Gästen eines Nachtclubs aufspielte – gestenreich, aber notgedrungen ganz ohne Töne.
Es war der umjubelte Höhepunkt eines Festivals, das in seinem ersten Jahr der deutschen Filmkomödie vor 1945 gewidmet war.

Detlef Kühn, epd Film, Nr. 1, Januar 2005


Die einzigen, die sich regelmäßig um den deutschen Film bemühen, sind Hans-Michael Bock und sein kleines Team von CineGraph in Hamburg. Dort wird seit 20 Jahren das gleichnamige mustergültige Lose-Blatt-Lexikon herausgegeben, und seit 17 Jahren lädt man zu einem filmhistorischen Kongress mit Filmschau ein, der vor allem Filmhistoriker anzieht. Als der Verein CineGraph den Kongress nun zu einem Festival erweiterte (inklusive Workshops zu Filmgeschichte im Kino, auf DVD und im Internet), zum "CineFest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes" in Hamburg (13.-21.11.), war der Erfolg mit 2000 Zuschauern in 26 Vorstellungen mit 38 Filmen noch eher bescheiden; richtig voll war das Metropolis-Kino bei Ernst Lubitsch, obwohl mit "Schuhpalast Pinkus" und "Wenn vier dasselbe tun" kaum bekannte Kurzfilme von und mit ihm gezeigt wurden. (...)
Nun ist ein Anfang gemacht, das deutsche Filmerbe zu präsentieren.

Andrea Dittgen, film-dienst, Nr. 26, 23.12.2004


Was macht das deutsche Filmerbe? Mal gibt es einen alten Rühmann- oder Marika-Rökk-Film im TV, mal zeigt ein Filmfestival restaurierte Klassiker wie „Metropolis". Ansonsten lagern die Filme im großen Bundesarchiv in Berlin und Koblenz, bei kleineren Archiven wie dem Deutschen Institut für Filmkunde in Frankfurt und Wiesbaden oder der früheren Stiftung Deutsche Kinemathek (jetzt Filmmuseum Berlin). Und: Ein Großteil liegt als Kriegsbeute im riesigen Gosfilmofond bei Moskau.
Selbst die spezialisierten historischen Filmfestivals zeigen kaum deutsche Filme, die große Schau "Deutscher Film vor Caligari" fand in Pordenone Ende der 80er statt. Nun hat der Verein Cinegraph -der in letzter Zeit fast als einziger versucht hat, deutsche Filmgeschichte nicht nur zu dokumentieren, sondern auch zugänglich zu machen – ein deutsches Filmerbe-Festival initiiert. Das "1. internationalen Festival des deutschen Film-Erbes" widmete sich deutschen Filmkomödien vor 1945.
Aus der Taufe gehoben wurde das Festival in dem Jahr, in dem das Cinegraph-Lexikon 20-jähriges Bestehen feiert – jene Loseblatt-Sammlung, die inzwischen sieben dicke Ordner füllt und in ihrer Datenfülle und wissenschaftlichen Verlässlichkeit unersetzbar geworden ist. Und nun also ein eigenes Festival, hervorgegangen aus den seit 1988 Jahr für Jahr organisierten Cinegraph-Kongressen.

Peter Hornung, Saarbrücker Zeitung, Nr. 272, 22.11.2004


"Wir wollen eine andere Art des Weimarer Kinos zeigen", sagt CineGraph-Chef Hans-Michael Bock. "Komödien sind in der Forschung oft nicht ernstgenommen worden." Dabei gebe es dort viel zu entdecken. Schon der Eröffnungsfilm zeige, dass Schünzel in seinen Filmen durchaus improvisiert habe. Die Filme mit dem Hamburger ziehen sich als roter Faden durch das CineFest-Programm.

Volker Behrens, Hamburger Abendblatt, 12.11.2004


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