Von 1945 bis 1949, zwischen dem Zusammenbruch des Dritten Reichs und der Gründung der beiden deutschen Staaten, gab es in den vier Besatzungszonen einen vollständig kontrollierten Marktzugang. Für den Publikumsgeschmack und die Präferenzen der Produzenten in den beiden Nachfolgestaaten des Dritten Reichs hatte diese Periode aber sicherlich ihre Fernwirkung. Generell wird in der filmgeschichtlichen Debatte die große Bedeutung von Filmen aus dem Dritten Reich im deutschen Nachkriegskino beklagt. Dazu gehören auch die sog. Überläufer, die aus der Produktion des Dritten Reichs stammen, aber erst nach dem Krieg in die Kinos kamen oder fertig gestellt wurden (62 Filme). Will man die Gesamtsituation beurteilen, kommen noch hunderte alliierter Filme dazu. Die deutsche Filmproduktion der Trümmerzeit ist dabei eher überschaubar (30 Filme). In diesem Referat geht es darum, den Kinomarkt dieser Periode darzustellen. Eine besondere Berücksichtigung finden die Überläufer-Filme, die in Hinblick auf verschiedene Fragestellungen überprüft werden (welche Spuren hinterlässt die Agonie des Dritten Reichs, welche Auswertung erfolgt danach, wie wird mit den Stoffen umgegangen etc.).