Obwohl sie für die NS-Ideologen "Untermenschen" waren, brauchte man die Völker der im Osten eroberten Länder zur Sicherung der eigenen Versorgung, für ertragreiche Ernten in diesen Ländern und als "Ostarbeiter" im "Reich": Diesem Ziel dienten speziell für diese Völker und in deren Sprachen gedrehte, bzw. synchronisierte Propagandafilme, die den Eroberungskrieg als Befreiung von "jüdisch-bolschewistischer Gewaltherrschaft" und Aufbruch zu einem "Neuen Europas" präsentierten. Man wirbt "Ostarbeiter" an, indem man Deutschland als Paradies, als ein Land hochentwickelter Industrie und Landwirtschaft anpreist, wo man sich für den Aufbau der eigenen Heimat qualifizieren, Ordnung lernen und unter idyllisch geschilderten Verhältnissen gutes Geld verdienen könne, während die deutschen Soldaten für den Endsieg und damit auch für ihre "befreite" Heimat kämpfen. Die zuweilen mit kollaborierenden einheimischen Filmleuten gedrehten Filme appellieren an die Mentalitäten der einzelnen Völker und nutzen zuweilen bis in den Sprachgestus hinein deren nationale Gegensätze. Andererseits zeichnet ein Film wie "Wir leben in Deutschland" ein Bild vom kameradschaftliches Zusammenleben der Völker des "Neuen Europas" in einer scheinbar "autonomen" Lagerstadt, in der man auch kollaborierenden "russischen Freiheitskämpfern" begegnet. In den okkupierten russischen Gebieten wurden diese Filme zuweilen zusammen mit Spielfilmen wie Uzicky's Verfilmung von Puschkins "Postmeister" gezeigt, der während des Ribbentrop-Molotov-Paktes entstand, aber wegen seines "positiven Russenbildes" nach Beginn des Russland-Krieges im Reich nicht mehr gezeigt werden durfte.