»Fliegen ist ein Stück Religion«.
Fliegermythen im nationalsozialistischen Jugendfilm
Der so genannte 'Menschheitstraum' vom Fliegen spielt in der militärischen und paramilitärischen Propaganda des NS-Regimes eine ebenso zentrale Rolle wie die aus topischen Versatzstücken 'moderner' Männlichkeit montierte Figur des Fliegers. Filme wie Himmelhunde oder Junge Adler gewinnen dem entsprechenden Motivbestand durchaus überzeugende Geschichten ab und finden zu einer Filmsprache, deren suggestiver Wirkung man sich auch aus historischem Abstand nicht ohne weiteres entziehen kann. Was findet hier statt? Handelt es sich um parasitäre Entlehnungen aus modernistischen Diskursen, oder besteht eine genuine Affinität zwischen der technische Realität gewordenen Utopie und den vom Faschismus bedienten Sehnsuchtspotentialen? Die ideologiekritische Aburteilung jedenfalls, zu der solche Filme einladen, greift zu kurz, verfehlt sie doch sowohl deren eigentümliche ästhetische Machart als auch ihre untergründige Appellstruktur. Das Referat soll versuchen, die genannten Aspekte in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit zu profilieren und so zu einer neuen Sicht auf die nationalsozialistische Flieger-Mythologie beizutragen.