In 1944, Anglo-American plans for media policies in postwar
In spite of this turnaround in Anglo-American policy, Western Allied control of Third Reich feature film stock during Military Government years can not be seen simply in terms of a strong continuity of films on offer for German spectators. Instead, Western Allied policies with regard to the relevant films might be seen in terms of a complex denazification process - fraught with contradictions and inter-Allied tensions - which, on the one hand, allowed for a considerable degree of continuity and, on the other hand, introduced a distinct element of discontinuity.
The conflicting Allied perspectives and interests that steered this denazification process are examined here through an analysis of three turning points in Anglo-American policy between 1944 and 1949. Brought about by unilateral faits accomplis, each of these turning points meant a significant increase in the number of Third Reich feature films re-released for West German audiences. At the same time, though, each served to further a process of demarcation in which the Allies came to classify and ban hundreds of films and film fragments as „Nazi and militarist propaganda“.
Anglo-amerikanische Pläne zur Medienpolitik in Deutschland nach dem Krieg, formuliert in 1944, enthielten die Entscheidung, in deutschen Kinos keine Filme aus dem Dritten Reich zu zeigen. Das alliierte Ziel einer Neuorientierung und Umerziehung “des deutschen Geistes“, der an Nazi- und militaristische Doktrinen “versklavt” sei, sollte durch eine Selektion aus britische und amerikanische Filme gefördert werden. In der Praxis aber wurden bekanntlich in der Zeit von 1945 bis 1949 Hunderte von Filme aus den nationalsozialistischen Jahren als Reprisen in die westlichen Besatzungsgebiete Deutschlands eingesetzt.
Trotz dieser Wandlung in der anglo-amerikanischen Besatzungspolitik könnte man die Kontrollpolitik der westlichen Alliierten hinsichtlich des Bestandes der langen Filme des Dritten Reiches nicht einfach im Sinne einer starken Kontinuität des Filmangebots für deutsche Zuschauer interpretieren. Die Kontrollpolitik der westlichen Alliierten in Bezug auf die betreffenden Filme wäre eher im Sinne eines komplexen Denazifizierungsprozesses zu interpretieren: ein Prozess, belastet durch Widersprüche und inter-alliierten Spannungen, der einerseits ein beträchtliches Maß an Kontinuität erlaubte und andererseits ein deutliches Element der Diskontinuität introduzierte.
Die einander widersprechende alliierte Gesichtspunkte und Interessen, die diesen Denazifizierungsprozess steuerten, werden in einer Analyse von drei Wendepunkte in der anglo-amerikanischen Kontrollpolitik zwischen 1944 und 1949 untersucht. Jeder der drei Wendepunkte durch unilaterale Faits accomplis zustande gebracht bedeutete eine erhebliche zahlenmäßige Zunahme von Reprisen der langen Filmen des Dritten Reiches. Gleichzeitig aber förderte jeder dieser Wendepunkte einen Prozess der Abgrenzung, in der die Alliierten schrittweise Hunderte von Filme und Filmfragmente als “Nazi- und militaristische Propaganda” klassifizierten und verboten.