Nationalsozialistischer »Erziehungsfilm« um die Eingliederung eines widerspenstigen Jungen in die Gemeinschaft: Theo Brakke, der Sohn eines Fabrikdirektors, ist aus Sicht des Vaters ein Taugenichts. Damit er lernt wie es ist, richtig zu arbeiten, nimmt ihn der Vater von der Schule und steckt ihn als Lehrling in sein Flugzeugwerk. Doch auch dort bleibt Theo zunächst ein Außenseiter. Erst allmählich kommt es zu einer Annäherung zu den anderen Lehrlingen, und nach einem Brand raufen sich die Jungen zusammen und helfen in heimlicher Nachtarbeit, das Produktionspensum der Fabrik zu erfüllen. Aber noch ein anderes Problem lastet auf Theos Seele: Nach einer Feier hat er einen Wagen beschädigt, dessen Besitzer er nun Geld schuldet. Als der Vater davon erfährt, will er Theo sofort entlassen. Doch jetzt stellen sich Theos Kameraden schützend vor ihn.
A national socialist »education film« about the integration of a rebellious boy into the community: Theo Brakke, the son of a factory owner, is seen as a good-for-nothing by his father. To teach Theo the importance of a work ethic, his father takes him out of school and starts him as an apprentice in his factory, where airplanes are constructed. At first Theo is an outsider in the factory and only slowly gets closer to his fellow apprentices. After a fire damages the factory, the boys stick together and help to fulfill the factory’s workload by secretly working at night. But another problem troubles Theo’s conscience: After a party he has damaged a car and now owes money to its owner. When his father finds out about it, he wants to expel Theo immediately. But Theo’s comrades protect him.
Regie: Alfred Weidenmann. Regie-Assistenz: Carl Merznicht, Zlata Mehlers. Buch: Herbert Reinecker, Alfred Weidenmann; nach einer Idee von Herbert Reinecker. Kamera: Klaus von Rautenfeld. Bauten: Wilhelm Vorwerg, Rudolf Linnekogel. Kostüme: Vera Mügge. Schnitt: Walter Wischniewsky. Ton: Ernst Walter. Musik: Hans-Otto Borgmann. Liedtexte: Hans Fritz Beckmann. Musik-Titel: »Seemannslied«, »Stählerne Vögel fliegen«.
Darsteller: Willy Fritsch (Ausbildungsleiter Roth), Herbert Hübner (Direktor Brakke), Dietmar Schönherr (Theo Brakke), Gerta Böttcher (Annemie Brakke), Albert Florath (Vater Stahl), Karl Dannemann (Werkmeister Bachus), Aribert Wäscher (Gastwirt Zacharias), Paul Henckels (Lehrer Dr. Voß), Josef Sieber (Pilot Martin), Fritz Hoopts (Fischer), Alfred Maack (Materialverwalter), Karl Hellmer (Musikalienhändler Kalubbe, Wolfgangs Vater), Wolfgang Keppler (Sportlehrer), Peter Schäfer (Dicker), Arnfried Gomm (Streber), Walter Gross (Buchhalter Blumke), Harry Hindemith (Rundfunkreporter), Die Lehrlinge: Eberhard [= Hardy] Krüger (Bäumchen), Gunnar Möller (Spatz), Manfred Schrott (Otto), Robert Filippowitz (Wolfgang Kalubbe), Klaus Stahl (Friedel), Harald Behrend (Rolf), Hans Joachim Moebis (Borst), Heinrich Schmidt, Lehrlinge eines Flugzeugwerkes.
Produktion: Ufa-Filmkunst GmbH, Berlin [Herstellungsgruppe Hans Schönmetzler]. Herstellungsleitung: Hans Schönmetzler. Aufnahmeleitung: Viktor Eisenbach, Kurt Paetz, Arndt Liebster. Drehzeit: 20.11.1943 9.2.1944 (Atelieraufnahmen), Mitte Februar 22.4.1944 (Außenaufnahmen) / 132 Drehtage. Drehort: Ufa-Ateliers Berlin-Tempelhof, Froelich-Studio Berlin-Tempelhof, Ufastadt Babelsberg. Außenaufnahmen: Heinkel-Werke Rostock, Nidden an der Kurischen Nehrung, Warnemünde (Alter Strom), Hallig Süderoog, bei Graal-Müritz. Länge: 107 min, 2943 m / FSK: 105 min, 2877 m. Format: 35mm, s/w, 1:1.33, Tobis-Klangfilm. Zensur: 16.05.1944, B.60230, Jf. / FSK: 12.6.1980 / 1.8.1983, ab 6, f.
Uraufführung: 24.5.1944, Berlin (Titania-Palast, Tauentzien-Palast, U.T. Weißensee).
Arbeitstitel: »Jugend von heute«, »Schritt ins Dunkel«, »Schritt ins Leben«.
Für die Rollen von Aribert Wäscher, Karl Hellmer und Alfred Maack waren ursprünglich Willy Dohm, Erich Ponto und Erich Dunskus vorgesehen.
Prädikate: Staatspolitisch wertvoll, Künstlerisch wertvoll, Jugendwert.
Von den Alliierten Militärbehörden verboten.
Kopie: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden
Dieser Film spiegelt wozu manche der vorangegangenen Filme ähnlicher Prägung nur der Ansatz waren, ohne das Ziel zu erreichen, das dieser Film in schöner Weise erreicht hat dieser Film also spiegelt wirklich die Erlebniswelt der Jugend, gesehen in einem Ausschnitt aus der Welt der Arbeit: In diesem Film ist der Rhythmus unserer Tage spürbar, ein Stück Arbeitsalltag rollt vor uns ab, so zusammengefaßt, daß dieses Stück Arbeitsalltag zeigt, wie der junge Mensch aus dem Kameradschaftsgefühl seiner ersten Jugend, aus der Welt seiner Gefährten hineinwächst in die große Arbeitskameradschaft des Volkes. Wie jede Entwicklung, so geht auch das nicht immer leicht vor sich: Wie das Gemeinschaftserlebnis den Einzelgänger oft erst umschmilzt und formt und wie es dabei nicht selten Funken gibt, wie der einzelne am allgemeinen Beispiel von selbst zum Ganzen und zur gemeinsamen Aufgabe finden muß, das zu zeigen, unternahm Herbert Reinecker in diesem Film, dessen Idee er gab und dessen Drehbuch er zusammen mit Alfred Weidenmann, dem Regisseur des Films, schrieb.
Das Buch des Films spricht die Sprache des Zwanglos-Natürlichen und niemals ist eine Handlungsphase konstruiert und ertüftelt. Allein mit dem Material des Lebens wurde geschaffen, aus dem Erlebnis der Alltagswirklichkeit, wie sie unsere Zeit prägt. Der Film erzählt die Geschichte der Lehrlinge eines großen Flugzeugwerks: Es ist die Geschichte vieler einzelner junger Leute, von denen der eine mehr, der andere weniger im Vordergrund steht, es ist aber vor allem die Geschichte einer jungen Gemeinschaft: Erzählt und gestaltet von Menschen, die im Erlebniskreis der Jugend unserer Zeit groß geworden sind, die ihre Sprache im Ernsten und auch im Ulk kennen, stets mitgemacht haben und so hat man's im Gefühl auch während der Aufnahmen immer mitmachten: Regisseur und Autor gehören nicht einer anderen Welt an als die Jungens, die sie hier um sich hatten, sie gehören alle zusammen, und darum gibt es in diesem Film nichts Ertüfteltes, nichts »Errechnetes«, nichts Konstruiertes und wie es keine papierenen Gedanken gibt, so auch keine papierene Sprache: alles hört sich nicht so an, als ob es lange vorher in einem Drehbuch festgelegt worden wäre, sondern so, als ob es in dem Augenblick, da die Jungens es sagen, von ihnen selbst ganz spontan ausgesprochen wird. (…)
Im Kreis der Jungens sind viele verschiedene Temperamente und Charaktere vertreten: Gesunde, strebende, niemals aber streberisch enge Jugend: Die Draufgängerischen und Heiteren, der rührend eifrige Kleinste und schließlich auch der dem Geigenspiel Zugetane, der es schwer hat, sich dem härteren Lebensrhythmus im Werk einzufügen, der es aber doch schaffen wird: Sie alle werden von Alfred Weidenmann so geführt, daß wir sie uns in keiner Szene anders denken könnten. (…)
Das Leben selbst gespiegelt in einem besonders einprägsamen Daseinsausschnitt fand hier sein Abbild, das im Ernsten wie im Heiteren die Atmosphäre der Erlebniswelt unserer Jugend hat. Weil es so unverkünstelt ist, erreichte es in schöner Weise das gesteckte künstlerische Ziel.
- Felix Henseleit: Junge Adler
Film-Kurier, Nr. 42, 26.5.1944
Der Reichsjugendführer teilt mit, dass [der japanische] Botschafter Oshima nach dem Besuch der Uraufführung des Filmes Junge Adler geäußert habe, dass dieser Film um die Welt gehen würde. Er sei hellauf begeistert gewesen und habe sich später wiederholt auf diesen Film berufen.
Der finnische Gesandte verlangte eine Kopie, um sie nach Helsinki zu schicken, da er in den Bildern ein lebendiges Dokument für die Kraft und die Stärke des Reiches, die in seiner Jugend liege, sehe.
Der bulgarische Gesandte habe in einer Audienz dem Reichsaussenminister begeistert berichtet und an seine Regierung zum Ausdruck gebracht: (...) »solche Jugend, wie ich sie im Film und im Filmtheater erlebt habe, wird kein Churchill jemals überwinden.«
- Aus einem Bericht der Abteilung IV (Presse) des Reichsministeriums für Volkaufklärung und Propaganda an den Propagandaminister Joseph Goebbels. Bundesarchiv Berlin, R 55/663.