Kabarettistische Agitsatire: Ein faschistischer »Schädelvermesser« doziert über die Überlegenheit der germanischen Rasse und stellt den in einer deutschen Kleinbürgerfamilie geborenen Fritz als Musterbeispiel vor. Der kleine Fritz, der schon in der Wiege einen Stahlhelm trägt, wird zum Denunzianten, Schläger und Soldaten abgerichtet. Schließlich landet er in einem sowjetischen Käfig, wo er als Jahrmarktsattraktion ausgestellt wird.
A satirical political cabaret piece: A fascist “skull measurer” lectures about the superiority of the Germanic race. He presents young Fritz, who was born into a German middle class family, as an excellent specimen. Fritz, who was already wearing a steel helmet in the cradle, has been drilled and trained to be a denunciator, fighter and soldier. Finally he ends up in a Soviet cage to be presented as an attraction at the fairs.
Regie: Grigorij Kozincev, Leonid Trauberg; nach dem Gedicht »Ûnyj fric« von Samuil Maršak. Kamera: Andrej Moskvin. Bauten: Evgenij Enej. Musik: Lev Švarc.
Darsteller: Mihail Astangov, Mihail Žarov, Maksim Štrauh, Vsevolod Pudovkin, Mihail Vysockij, Lidiâ Atmanaki, Ânina Žejmo, Konstantin Sorokin, Lûdmila Čabalina.
Produktion: COKS, Leningrad. Länge: 30 min. Format: 35mm, s/w, 1:1.33.
Kurz-Spielfilm.
Kopie: Gosfilmofond, Moskau
Verfilmung des gleichnamigen satirischen Gedichtes von Samuil Maršaks über die Erziehung »eines echten Faschisten«. Der Film ist in einer offenen Sketch-Form mit einem angedeuteten Bühnenbild und schematisierten Charakteren angelegt. Diese offene stilistische Form war wahrscheinlich einer der Hauptgründe für das Filmverbot: »Während des Krieges sind G. Kozincev und L. Trauberg wieder zu ihren verwerflichen formalistischen Konzepten zurückgekehrt, indem sie den Film Junyj Fritz in ihrer alten antikünstlerischen Manier drehten, der für die Kinos nicht zugelassen wurde.« (I. G. Bolshakov: »Sowjetische Filmkunst in den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges«. Moskau, 1950). Das Thema der Erziehung eines echten Ariers und Mitglieds der Hitler-Jugend, der vorbildliche Nachforschungen über die antideutschen Tätigkeiten seiner Altersgenossen anstellt, konnte in der Sowjetunion der Kriegszeit wahrscheinlich auch unnötige Assoziationen hervorrufen. Dokumente, die die offizielle Begründung für das Filmverbot beinhalten, sind nicht erhalten geblieben.
- Information des Gosfilmofond, Moskau