Aus der Kriegsgefangenschaft kehrt Kapitän Harms zu seiner kleinen Familie zurück, bestehend aus liebender Frau, seinem kleinen Jungen, der auch einmal gerne zur See fahren möchte, und dem Schwiegervater, der an die See einst seine Frau verloren hat. Es gibt nichts, was Harms nicht für seine Familie täte, doch er ist mit Leib und Seele Seemann und sein größter Traum ist es, seinen Hochseeschlepper, der im Krieg bei Bombenangriffen leckgeschlagen und im Hafen gesunken ist, zu heben und wieder zur See zu fahren. Doch ihm fehlen die Mittel dazu, und so ist der grundehrliche Harms sogar versucht, sich in den Dienst einer Schmugglerbande und ihrer schmutzigen Geschäfte zu stellen. Da trommelt seine Frau die ehemalige Mannschaft zusammen, die ihrem Kapitän noch immer loyal ergeben ist, und gemeinsam beschaffen sie die nötige Ausrüstung, um das Schiff zu heben und wieder flott zu machen.
Captain Harms returns from war captivity to reunite with his family. His loving wife is there for him as well as his son, who wants to go to sea, and his father-in-law who once lost his wife at sea. Harms would do anything for his family, but he is a seaman at heart. His biggest dream is to raise his ship which sunk in the harbour during air-raid attacks. But he doesn’t have the money to do it and so he, a thoroughly honest person, even considers involving himself in the dirty business of smuggling. Secretly his wife encourages his old crew, who are still loyal to their captain, to try to save the ship. Together they find the right equipment to raise the ship and set it afloat again.
Regie: Günther Rittau. Buch: Günther Rittau, Horst Alexander von der Heyde; nach Motiven von Richard Nicolas. Kamera: Ernst W. Kalinke. Bauten: Hermann Warm, Bruno Monden. Schnitt: Gertrud Hinz. Ton: Walter Reimann. Musik: Gerhard Winkler. Musikalische Assistenz: Rudolf Kühn.
Darsteller: Hermann Speelmanns (Kapitän Harms), Helga Zülch (Renate Harms), Michael Günther (Peter Harms), Carl Kuhlmann (Petersen, Renates Vater), Werner Völger (Hinnerk, früherer Schiffskoch), Josef Sieber (Onnen, früherer Bootsmann), Hildegard Fränzel (Martha Onnen), Peter Dann (Klaus Onnen), Clemens Hasse (Jonny, früherer Maschinist), Anneliese Würtz (Jonnys Frau), Bodo Glöde (Christian, Jonnys Sohn), Kurt Seifert (Gastwirt Pfisterer), Karl Klüsner (Feddersen, früherer Steuermann), Gustav Püttjer (Tischlermeister Lidden), Hellmuth Helsig (1. Schieber), Siegfried Dornbusch (2. Schieber), Richard Ludwig (1. Antiquitätenhändler), Helmut Bautzmann (2. Antiquitätenhändler), Ludwig Sachs (Kellner), Alfred Maack (Bauer Mewes), Else Reval (Bäuerin Mewes), Hans Sanden (Bankdirektor), Herbert Weißbach (Bürgermeister), Franz Arzdorf (Landrat), Brigitte Zajontz (Schankmamsell).
Produktion: Stella-Film GmbH, Berlin. Produktionsleitung: Hans Tost. Drehort: Atelier Berlin-Tempelhof. Außenaufnahmen: Bremerhaven. Länge: 92 min, 2520 m. Format: 35mm, s/w, 1:1.33. Zensur: Dezember 1948, All. MZ, ab 16, nff / 23.6.1949, Sowj. MZ, Jv.
Uraufführung: 17.12.1948, Köln (Hahnentor); 15.7.1949, Berlin; 20.9.1949, Berlin/DDR.
Arbeitstitel: » Die Fünf vom Titan«.
Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv, Berlin
Die Besitzer und Verwalter der großen Uraufführungstheater scheinen wenig Zutrauen zum deutschen Film zu haben. Die Premieren gehen in die zweiten und dritten Häuser.
Auch dieser Streifen rackert sich redlich und mühsam mit der Nachkriegssituation ab. Nur daß diesmal der leidige Heimkehrer und daheim Heimatlose an die Nordsee verlegt wird. Der Aufbauwille wird nicht an einem Hause sichtbar, sondern hier an einem Hochseeschlepper. Kapitän Harms streckt die nautischen Waffen vor den Schwierigkeiten, den Kahn wieder flott zu kriegen. Seine alte und kameradschaftlich anhängliche Schiffsbesatzung vollbringt heimlich das Wunder, stopft das Leck, hebt den Schlepper. Im Schlußbild rauscht der »Titan« wieder durch die Wogen, Kapitän Speelmanns am Steuer.
Das ist ohne Prätentionen vom Regisseur Günther Rittau wacker abgespult und mit einigen salzwasserhaltigen Typen durchsetzt. (Carl Kuhlmann, Josef Sieber, Clemens Hasse und ganz lustig Werner Völger.) Das hat auch wieder ab und zu die sinnige Träne im Dialog und nimmt sich einige »Zeitnähe« aus dem Kippensammeln, der permanenten Kartoffelsuppe und der durch Ländlichkeit gemilderten Nachkriegsmisere. Befangen war der Rezensent durch die Anwesenheit der unlängst böse ums Leben gekommenen Berliner Schauspielerin Helga Zülch, die hier zum letzten Male ihr grades und natürliches Talent sehen läßt.
Das Publikum schien von der Mittellage des Films befriedigt. Zu Beifall reichte es nicht.
- lt: Vor uns liegt das Leben
Neue Zeitung, 17.7.1949