cinefest - Internationales Festival des deutschen Film-Erbes
Tim Gallwitz, Hamburg
Darstellungsformen des Holocaust im frühen Nachkriegsfilm Deutschlands und Österreichs
Im Zentrum des diesjährigen Kongresses steht die künstlerische Auseinandersetzung europäischer Regisseure mit Krieg und Nachkriegszeit. Den Schwerpunkt meines Vortrages bildet in diesem Zusammenhang die filmische Auseinandersetzung deutscher und österreichischer Regisseure mit Antisemitismus und Holocaust zwischen 1945 und 1950. Mit welchen ästhetischen und erzählerischen Mitteln versuchten diese, sich der beispiellosen humanen und kulturellen Katastrophe zu nähern?
Vierzehn Filme bilden die Grundlage der Untersuchung. Dieses Sample soll auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich der ästhetischen Mittel und narrativen Formen, auf Erzähltes und Ausgelassenes, auf stilistische und personelle Kontinuitäten und Diskontinuitäten, auf Aussagen der Filmemacher und Reaktionen des Publikums befragt werden.
Das Sample besteht aus elf deutschen und drei österreichischen Filmen. Diese sind: In jenen Tagen (Helmut Käutner, 1946/47),Ehe im Schatten(Kurt Maetzig, 1947), Zwischen gestern und morgen(Harald Braun, 1947), Der Prozeß(G. W. Pabst, AT 1947/48), Das andere Leben(Rudolf Steinboeck, AT 1948), Der Engel mit der Posaune(Karl Hartl, AT 1947/48), Lang ist der Weg(Herbert B. Fredersdorf, Marek Goldstein, 1947/48), Morituri (Eugen York, 1947/48), Affaire Blum (Erich Engel, 1948), Der Ruf(Josef von Baky, 1948/49), Die Buntkarierten(Kurt Maetzig, 1948/49), Rotation (Wolfgang Staudte, 1948/49), Unser täglich Brot(Slatan Dudow, 1949) und Der Rat der Götter(Kurt Maetzig, 1949/50).