cinefest - Internationales Festival des deutschen Film-Erbes


Cinefest 2010
VII. Internationales Festival des deutschen Film-Erbes
Hamburg: 13.-21.11.2010

eine Veranstaltung von CineGraph und Bundesarchiv-Filmarchiv

Cinema Transalpino
Deutsch-Italienische Filmbeziehungen


Papagalli und Partisanen, Sexbomben und »Spaghettifresser«, Tenöre und Todesengel: Die vielfältigen Facetten der deutsch-italienischen Filmbeziehungen stehen 2010 im Mittelpunkt von cinefest. Zentrale Aspekte sind der personelle Austausch, die Produktionszusammenhänge und die institutionelle Zusammenarbeit zwischen Berlin und Rom sowie die filmische Darstellung des anderen Landes und seiner Bewohner.

Seit den 1920er Jahren spielten italienische Filmschaffende eine wichtige Rolle in der deutschen Kinematografie. Regisseure wie Emilio Ghione und Gennaro Righelli (DER GEHEIME KURIER) inszenierten erfolgreiche Publikumsfilme, Carmine Gallone (DIE SINGENDE STADT) und Augusto Genina drehten auch in der frühen Tonfilmzeit in Deutschland. Stummfilm-Diva Marcella Albani und Sensationsdarsteller Carlo Aldini faszinierten das deutsche Publikum ebenso wie der Tenor Beniamino Gigli in seinen Sängerfilmen und später das musikalische Multitalent Caterina Valente.

Die transalpinen Beziehungen intensivierten sich ab 1930 durch die Herstellung von deutsch-italienischen Sprachversionen und die enge kulturelle Zusammenarbeit des NS-Regimes mit dem Fascismus. Dennoch konnten auch deutsche und österreichische Emigranten wie Max Ophüls oder Max Neufeld bei italienischen Produktionsfirmen Filme drehen. Die Tradition der Co-Produktionen reicht von frühen Musik-Komödien (INS BLAUE LEBEN, 1938/39) über Krimis (SCHATTEN ÜBER NEAPEL, 1950/51) und Sexfilme (EROTICA, 1962) bis zu den Italowestern der 1960er Jahre (MIT DJANGO KAM DER TOD).

Für das deutsche Kino war Italien Schauplatz von Melodramen vor exotischer Kulisse, heiteren Singspielen und mit Schlagern garnierten Urlaubskomödien. Postkartenansichten von Venedig oder Rom bildeten den Hintergrund für Max Reinhardts EINE VENEZIANISCHE NACHT (1913) oder kriminalistische Heldentaten von Hans Albers (EIN GEWISSER HERR GRAN, 1933 ). Nach dem Krieg wurde der Süden zur Projektionsfläche für touristische Sehnsüchte (UNTER DEN STERNEN VON CAPRI, 1953) und erotische Fantasien (SCHICK DEINE FRAU NICHT NACH ITALIEN, 1960).

Aus der Erfahrung von Krieg und Faschismus entstanden Roberto Rossellinis Auseinandersetzungen mit dem Widerstand gegen die deutschen Besatzer (ROMA, CITTÀ APERTA, 1945) und den Verhältnissen im Nachkriegsdeutschland (GERMANIA ANNO ZERo, 1947/48), Wolfgang Staudtes Satire auf das italienische »Kriegsheldentum« (KANONEN-SERENADE, 1958) und das Wehrmachts-Heldenepos DIE GRÜNEN TEUFEL VON CASSINO (1957/58). Später näherten sich Filme wie I SEQUESTRATI DI ALTONA (1962) und IL PORTIERE DI NOTTE (1973/74) höchst unterschiedlich den Nachwirkungen des Nationalsozialismus. Der Gastarbeiter-Problematik um kulturelle Differenzen behandelten deutsche Regisseure dokumentarisch-sozialkritisch (PALERMO ODER WOLFSBURG, 1979/80) oder als emotionale Familiensaga (SOLINO, 2002).

Der italienische Neorealismus beeinflusste zudem den westdeutschen Film und besonders die junge Generation der DEFA-Regisseure, die ihn in den 1960er Jahren als Ausweg aus dem Korsett des »Sozialistischen Realismus« nutzten.

cinefest und Filmhistorischer Kongress beleuchten ein spannendes Kapitel der europäischen Filmgeschichte, das bisher kaum im Gesamtzusammenhang erforscht wurde.

Zum Festival wird wieder ein umfangreiches Katalogbuch inkl. einer DVD-Beilage mit Filmen und Dokumenten zum Thema erscheinen.


Vom 13.-16. Mai findet in Berlin ein Sichtungskolloquium zur Vorbereitung auf Kongress und Festival statt. Weitere Informationen bei:

CineGraph - Hamburgisches Centrum für Filmforschung e.V.
Schillerstr. 43, 22767 Hamburg
Tel: +49-(0)40-352194 / Fax: +49-(0)40-345864
email: info(at)cinefest.de


Im Anschluß an die Veranstaltungen in Hamburg werden Teile des Filmprogramms auch in Berlin, Prag, Wien, Zürich und in mehreren italienischen Städten im Rahmen der Initiative "Va bene?! La Germania in Italiano. Deutschland auf Italienisch" gezeigt.




in Zusammenarbeit mit
Kinemathek Hamburg - Kommunales Kino Metropolis
Deutsches Historisches Museum / Zeughauskino, Berlin
Narodní filmový archiv, Prag
Filmarchiv Austria, Wien
Cinémathèque Suisse Lausanne / Filmpodium Zürich

Mit freundlicher Unterstützung von
absolutMedien, Berlin
Arte, Straßburg
Cinecentrum, Hamburg
DEFA-Stiftung, Berlin
Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, Berlin
Deutsche Wochenschau GmbH, Hamburg
Deutsches Filminstitut – DIF, Frankfurt
Goethe-Institut Italien
Istituto Italiano di Cultura Berlino
Istituto Italiano di Cultura Hamburg
Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH
Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung Wiesbaden
Jugendinformationszentrum - JIZ, Hamburg
Media Desk Deutschland, Hamburg
Novum Hotels, Hamburg
Skoda Auto Deutschland GmbH
SK LimousineServices, Hamburg
TaurusMedia Licence Service GmbH, Unterföhring
Transit Film GmbH, München
Universität Hamburg – Institut für Neuere deutsche Literatur und Medienkultur

Medienpartner: FilmDienst


Die Arbeit von CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung e.V. wird gefördert durch die
Behörde für Kultur, Sport und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg



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VI. cinefest - Internationales Festival des deutschen Film-Erbes

SCHATTEN DES KRIEGES
Innovation und Tradition im europäischen Kino 1940-1950
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cinefest 2009 Trailer

Ankündigungsflyer cinefest 2010 (pdf)

cinefest 2010 findet in Hamburg vom 13. - 21. November statt. Ankündigungsflyer ist als pdf-Download verfügbar




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