PM cf09 / 09.10.2009: cinefest 2009
Willy Haas-Preis 2009
Gisela Trowe kommt zum cinefest!
Am Montag, den 16.11., wird Gisela Trowe bei der Vorführung von STRASSENBEKANNTSCHAFT anwesend sein, in dem sie 1947 ihr Spielfilmdebüt gab.
Der Willy Haas-Preis ist der einzige deutsche Preis, der eine bedeutende internationale Publikation zum deutschsprachigen Film bzw. zum Film in Deutschland und Europa auszeichnet. Den Rahmen für die Auszeichnung bietet das CineFest Festival des deutschen Film-Erbes in Hamburg. Die Jury 2009 besteht aus Thomas Ballhausen (Wien), Kay Hoffmann (Stuttgart), Anne Jespersen (Kopenhagen), Sabine Hake (Austin, Texas), Roel Vande Winkel (Ghent). Zur Auswahl standen zahlreiche internationale Publikationen, die in den letzten zwei Jahren erschienen sind.
Die Jury hat sich auf folgende Kandidaten in den Kategorien Buch und DVD nominiert:
Kategorie Bücher:
Die Antifaschismus-Thematik der DEFA.
Anne Barnert. Marburg: Schüren 2008.
Mit ihrem Buch zum Antifaschismus im DEFA-Spielfilm gelingt Anne Barnert eine interessante Detailstudie, die die Filmproduktion in einen gesellschaftlichen und kulturpolitischen Rahmen stellt und eine Brücke schlägt zu neueren Theorieansätzen.
The Cinema of Werner Herzog: Aesthetic Ecstasy and Truth.
Brad Prager.
Herzog ist ein Ausnahmeregisseur, der die Grenzen zwischen Spiel- und Dokumentarfilm, zwischen Realität und Fantasie mit seinen Inszenierungen ständig bricht. Brad Prager konzentriert sich in seinen Analysen genau auf diesen Aspekt und liefert eine überzeugende Interpretation von Herzogs Filmen.
Michael Haneke's Cinema. The Ethic of the Image.
Catherine Wheatley.
Die Filme des Österreichers Michael Hanecke gehen an den Rand des Erträglichen. Catherine Wheatley nähert sich ihnen mit einem philosophischen Blick und entwickelt dabei eine Ethik der filmischen Wahrnehmung. Im September Sight&Sound-"Book of the Month".
Sprachversionsfilme aus Babelsberg. Die internationale Strategie der Ufa 1929-1939.
Chris Wahl. München: edition text + kritik 2009.
In der Frühzeit des Tonfilms wurden von der Ufa für den Export verschiedene Versionen eines Films gedreht. Wahl hat sich diesem Kapitel gewidmet und arbeitet die Strategien und Nuancen der Sprachversionen heraus. Eine DVD bietet die Möglichkeit, einige Beispiele nachzuvollziehen.
Die unheimliche Maschine: Rasse und Repräsentation im Weimarer Kino.
Tobias Nagl . München: edition text + kritik 2009.
Die Rolle von Farbigen in den Filmen der Weimarer Republik stellt Nagl in einen theoretisch fundierten Gesamtkontext von nationaler Identität und kolonialen Träumen. Ihm gelingt dabei eine spannende Analyse, die nichts an Aktualität verloren hat, denn es geht um das gesellschaftliche Verhältnis zum Fremden.
Kategorie DVD:
Berlin, die Sinfonie der Großstadt & Melodie der Welt. Walther Ruttmann. (1927 + 1929)
film & kunst GmbH. Edition Filmmuseum 39. Filmmuseum München, Bundesarchiv-Filmarchiv, ZDF/Arte.
Neben den zwei wichtigsten Filmen Ruttmanns enthält die Edition auch seine Farb- und Musikexperimente 1921-31. Der ROM-Bereich ermöglicht den Zugriff auf zeitgenössische Artikel, Veröffentlichungen und Quellen. Dies Material bietet einen neuen Zugang zum frühen Werk Ruttmanns.
Nerven. Robert Reinert. (1919)
film & kunst GmbH. Edition Filmmuseum 41. Filmmuseum München, Goethe-Institut München.
Der Klassiker des expressionistischen Kinos wurde gleich nach der Premiere verstümmelt und vergessen. Das Filmmuseum München hat Reinerts Film umfangreich restauriert; die Musikbegleitung stammt von Joachim Bärenz. Die DVD liefert außerdem Bonusmaterial wie den Szenenvergleich verschiedener erhaltener Fassungen, Plakate und Fotos und dokumentarische Aufnahmen der Münchener Räterepublik. Die Broschüre erläutert die Restaurierung und gibt eine historische Einordnung des Films.
Filmverlag der Autoren Edition.
Kinowelt
Der Filmverlag der Autoren war der wichtige Verleih und Produzent für den Neuen Deutschen Film. Es ist ein ambitioniertes Projekt, 50 seiner Filme zu veröffentlichen, davon fast die Hälfte als Erstveröffentlichung. So wird ein bedeutendes Kapitel deutscher Filmgeschichte verfügbar.
Die freudlose Gasse. G. W. Pabst. 1925
Filmarchiv Austria (Film + Text 10) + Buch: Armin Loacker (Hg.): Wien, die Inflation und das Elend. Essays und Materialien zum Stummfilm Die freudlose Gasse.
Das Filmarchiv Austria überzeugt seit langem mit seinen sehr sorgfältig editierten Ausgaben von DVDs und Begleitbüchern. Die Edition von G. W. Pabsts Stummfilmklassiker ist eine Annäherung an das vielfach durch die Zensur verstümmelte Original. Sie besticht durch die technische Qualität der viragierten Fassung und überrascht durch ihre experimentelle Vertonung. Das Begleitbuch vertieft die Analyse des Films aus verschiedenen Perspektiven und bietet eine Grundlage für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Film.
Harun Farocki Filme 1967-2005
absolutMedien
Harun Farocki gehört auch international zu den anerkanntesten deutschen Dokumentaristen der letzten Jahrzehnte. Diese Edition veröffentlicht 20 seiner wichtigsten Werke und ermöglicht endlich eine intensive Auseinandersetzung mit seinen oft provokativen Filmen, für die er einen spezifischen essayistischen Stil entwickelt hat.
Die Sieger werden bei der Eröffnung des 22. Filmhistorischen Kongresses am 18. November in Hamburg bekannt gegeben.