
Im Zweiten Weltkrieg ist Dänemark von den Deutschen besetzt. Der junge Däne Michael Lans gehört einer Widerstandsgruppe an, die einen Anschlag auf eine Waffenfabrik plant. Es gibt jedoch einen Spion in der Gruppe, der ihre Pläne an die Nazis verrät. Als sie zur Fabrik vorstoßen, werden sie von deutschen Soldaten angegriffen. Michael wird angeschossen, dennoch gelingt es ihm, die Sprengsätze zu zünden und die Fabrik in die Luft zu jagen. Er wird festgenommen, im Gefängnis gefoltert und zum Tode verurteilt. Der deutsche Gefängniswärter Steinz, der die Nazis hasst, hilft ihm, der Gruppe eine Nachricht über den Verräter zu übermitteln. Als Michael und ein Kamerad im Morgengrauen erschossen werden sollen, hilft Steinz Michael zu entkommen. Er hat gerade erfahren, dass seine Familie bei einem Luftangriff ums Leben gekommen ist und nimmt sich daraufhin das Leben. Während Michaels Kamerad vor das Erschießungskommando tritt, gelangt Michael auf ein Schiff, das ihn nach Schweden zu seiner Freundin Ruth bringen wird.
During World War II, Denmark is occupied by the Germans. Young Dane Michael Lans is member of a resistance group, which is planning an attack on a weapons factory. Unbeknownst to the group, there is a spy among them who is revealing their plans to the Nazis. When they arrive at the factory, they are attacked by German soldiers. Michael gets hit, but still manages to ignite the explosives and to blow up the factory. He is then arrested, tortured in jail and sentenced to death. Steinz, a German jail guard who hates the Nazis, helps him get a message about the traitor to the group. Michael and one of his comrades are set to be shot at dawn, but in the nick of time, Steinz helps Michael escape. Having just found out that his family died during an air raid, Steinz then commits suicide. With his comrade standing in front of the execution squad and the person who helped him escape dead, Michael is able to board a ship that will bring him to Sweden to reunite with his girlfriend Ruth.
Die roten Wiesen erzählt von der dänischen Sabotage und den Umständen, unter denen sie ausgeführt wurde. [...] Der Anführer der Saboteure, Michael Lans, wird verwundet und inhaftiert. Er wird gefoltert und zum Tode verurteilt, doch mit Hilfe des deutschen SS-Soldaten Steinz kann er auf dem Weg zur Hinrichtung entkommen. Steinz' aufopfernde und edle Tat ist aus menschlicher Sicht vielleicht nicht völlig unwahrscheinlich, und dennoch ist sie der schwache Punkt des Films wie auch der Romanvorlage. Denn diese Tat ist alles andere als allgemeingültig. Wir wissen, dass es deutsche Soldaten gab, die dänischen Gefangenen geholfen haben. Doch ob es tatsächlich soweit gekommen ist, dass ein Wächter einem Gefangenen dabei half, seiner Hinrichtung zu entkommen, darf bezweifelt werden. [...]
Bodil Ipsens Inszenierung ist gut gelungen, wenn auch streckenweise ein wenig statisch. Doch der Stoff an sich ist so dramatisch, dass er diese Schwäche aushält. Einzig bei den Kampfszenen zwischen Widerstandskämpfern und Deutschen während der Sabotageaktion hakt es richtig: Derartige Kämpfe sind offenbar ungeheuer schwierig zu inszenieren, und es ist eine Herausforderung, dass sie echt aussehen. Aber die deutschen Soldaten, die in dieser Szene reihenweise niedergemäht werden, haben nichts mit der Wirklichkeit zu tun.
E. E.: Der definitive Film über den Widerstandskampf und seine Umstände
Land og Folk, 27.12.1945
Nun können wir nach Das unsichtbare Heer den zweiten Film über den dänischen Widerstandskampf erleben: Die roten Wiesen. Für die Leser von Ole Juuls gleichnamigem Roman, dem bislang besten und bedeutendsten über die Besatzungszeit, mag es schwierig erscheinen, diesen in das Medium Film zu übertragen. Doch diese Aufgabe ist in die besten Hände gelangt. Bodil Ipsens poetische Intuition und Lau Lauritzens technisches Können haben Die roten Wiesen geprägt: Ein wertvoller und nüchterner Film, der alle billigen Effekte vermeidet, gleich zur Sache kommt und die Wirklichkeit ungeschminkt präsentiert. Er handelt von den Umständen, die den Alltag der Widerstandskämpfer prägten: der Kampf gegen die Besatzungsmacht und gegen die Verräter. Der Kampf für ein Ziel, das größer war als die Angst vor dem Tod. Es ist Bodil Ipsens Verdienst, dass die besondere und wahrhaftige Stimmung der Romanvorlage auf die Leinwand gebracht wurde. Dem Zuschauer wird es ermöglicht, die Ereignisse mitzuempfinden und jenen Kampf mitzuerleben, der sich während der Besatzung ereignet hat. Er erlebt die Angst um das Schicksal der eigenen Kameraden und geliebten Menschen. Er erlebt den unvergleichlichen Mut, mit dem die jungen Kämpfer das taten, was sie als ihre Pflicht ansahen. Dieser Film eignet sich dazu, jene Menschen aufzurütteln, die immer noch nicht begriffen haben, um was es in diesem Widerstandskampf ging. Wenn es überhaupt möglich ist, diese von den Fressgelagen der Weihnachtszeit ermatteten Menschen aus ihrer Taubheit aufzuwecken.
Kai Berg Madsen: Ein schöner Sieg für Bodil Ipsen
B.T. (Kopenhagen), 27.12.1945