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32. Internationaler Filmhistorischer Kongress

Dr. Seltsam Oder: Aus den Wolken kommt das Glück
Film zwischen Polit-Komödie und Gesellschafts-Satire


Ankündigung und Call for Papers

(pdf-Version)

20.11. – 23.11.2019
im Gästehaus der Universität (Rothenbaumchaussee 34)

Film im Kraftfeld zwischen Politik, Kritik und Komik ist das Thema des XVI. cinefest. Zu erkunden ist die Spannweite eines unterhaltsamen Genres und die fließenden Grenzen zu Lustspiel und ernsthafter Auseinandersetzung.
Ist ein politisches Thema Voraussetzung für Satire oder reicht das Lachen über lächerliche Zustände der Gesellschaft? Wo liegt die Abgrenzung zwischen Satire und schwarzer Komödie? Funktioniert Satire nur gegen ein System oder kann sie auch für die Propaganda genutzt werden?
Basis für solche Diskussionen bilden Klassiker wie Reinhold Schünzels Spiel mit militärischen Autoritäten in AMPHITRYON. AUS DEN WOLKEN KOMMT DAS GLÜCK (1935), Ernst Lubitschs Anti-Nazi-Satire TO BE OR NOT TO BE (1941/42), WIR KELLERKINDER (1960) von und mit Wolfgang Neuss sowie Billy Wilders ONE, TWO, THREE (1961), beide vom Höhepunkt des Kalten Kriegs, wie auch DR. STRANGELOVE: OR HOW I LEARNED TO STOP WORRYING AND LOVE THE BOMB (1962), Stanley Kubricks Porträt von unkontrollierten US-Militärs.
Daneben gibt es eine Reihe von alten und neuen Filmen zu entdecken, die sich mehr oder weniger scharf mit ihrer jeweiligen Gegenwart auseinandersetzen. Auch Animationsfilme (ANIMAL FARM, 1951-54) und Kurzfilme werden zu sehen sein.
Immer wieder sind bekannte Persönlichkeiten Ziel der Satire: vom – mehrfach verfilmten – HAUPTMANN VON KÖPENICK (1931, Richard Oswald / 1956, Helmut Käutner) über den ins Lächerliche gewendeten Wiedergänger Hitler bis hin zu THE DEATH OF STALIN (2017) über das hilflose Sterben des Unantastbaren. Oft stehen auch – selbstkritisch? – die Medien und ihre Auswüchse im Zentrum der Auseinandersetzung: von Sidney Lumets NETWORK (1976) über Martin Scorseses KING OF COMEDY (1981/82) bis zu den Hitler-Tagebüchern in SCHTONK! (1991/92) von Helmut Dietl. In der DDR polemisierten die STACHELTIER-Kurzfilme gegen NATO und BRD oder boten durch (sanfte) Kritik an Missständen ein Ventil.
Darüber hinaus wird die tschechische Kinematografie mit ihrer kritischen Tradition betrachtet, die von Jaroslav Hašeks »bravem Soldaten Schwejk« bis hin zu Vera Chytilovás ausgelassenem Spiel mit Autoritäten in SEDMIKRÁSKY (1966) reicht.

Mögliche Themenkomplexe beim Kongress:
- Satire: Definition und Ausprägungen im Film
- Mediensatire
- Kapitalismussatire
- Bürokratiesatire
- Politik- und Gesellschaftskritik durch Satire
- Satirische Auseinandersetzungen mit Autoritäten / Militär
- Satire als Propagandamedium
- Satire im Nationalsozialismus
- Satire und Exil - Satire im Kalten Krieg
- Satire in sozialistischen Ländern

Weitere Themenvorschläge sind willkommen.

Die Vorträge sind auf ca. 20 Minuten angesetzt und werden anschließend im Plenum diskutiert. Die Konferenzsprachen sind Deutsch oder Englisch (es gibt keine Live-Übersetzung). Referenten erhalten den Festival-Katalog sowie eine Kongress-Akkreditierung, die auch zum Besuch der Kinoveranstaltungen vom 20.-24.11. berechtigt. Auswärtige Referenten können in der Regel mit einem Reisekostenzuschuss unterstützt werden. Im Anschluss an den Kongress werden die überarbeiteten Vorträge in einem Buch veröffentlicht, das im Herbst 2020 bei edition text+kritk erscheint. Die Referenten stimmen mit der Teilnahme am Kongress einer Veröffentlichung zu. (Abgabetermin der Texte 31.12.2019)

Gerne können Vorschläge für Vorträge in Form eines Abstracts (ca. 1500 Zeichen) inkl. einer Kurzbiografie bis zum 1. Juni 2019 an kongress(at)inegraph.de geschickt werden.

Zur Vorbereitung auf Festival und Kongress findet vom 9.-12. Mai 2019 eine Sichtungsveranstaltung in Berlin statt.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Erika Wottrich (wottrich(at)cinegraph.de) oder Swenja Schiemann (schiemann(at)cinegraph.de).


Der 32. Internationale Filmhistorische Kongress ist integraler Bestandteil des XVI. cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes (16. – 24.11.). Er wird am Abend des 20.11.2019 im Metropolis-Kino eröffnet. Während der Veranstaltung werden auch die Willy Haas-Preise für eine bedeutende internationale Publikation (Buch und DVD) verliehen. Die Vorträge des Kongresses finden vom 21. – 23.11., jeweils von 9.30 – 16.00 Uhr, im Gästehaus der Universität statt. Referenten und Teilnehmer aus dem In- und Ausland vertiefen in Vorträgen und Diskussionen (Kongress-Sprachen: Deutsch oder Englisch) das Thema des Festivals in sechs thematisch abgestimmten Panels. Ab 17.00 Uhr laufen im Metropolis-Kino die Filmvorführungen, die die Vorträge ergänzen. Für die Teilnahme am Kongress ist eine vorherige Akkreditierung erforderlich. Die Vorträge des Kongresses werden in überarbeiteter Form in einem CineGraph Buch veröffentlicht.
 

Konzeption: Hans-Michael Bock, Swenja Schiemann, Erika Wottrich
Beratung: Petra Rauschenbach, Karl Griep, Ralf Schenk, Jörg Schöning
Organisation: Erika Wottrich
Coordination Bundesarchiv: Angela Abmeier
TeTechnische Betreuung: George Riley

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an kongress(at)cinegraph.dea>

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